HGNC statt OMIM – Abrechnung genetischer Untersuchungen 2025
Ab dem 1. Juli 2025 tritt eine zentrale Änderung in der KV-Abrechnung genetischer Diagnostik in Kraft:
Statt der bisher genutzten OMIM-Codes müssen künftig die international standardisierten HGNC-Gensymbole verwendet werden.
Für Labore, genetische Fachärzt:innen und medizinische Versorgungszentren bedeutet das:
Technische und strukturelle Anpassungen sind erforderlich, um weiterhin korrekt abrechnen zu können.
❗ Warum ist das relevant für Sie?
Wenn Sie Ziffern abrechnen, die Gen-Codes erfordern, müssen Sie rechtzeitig zu Beginn des 3. Quartals 2025 die neuen HGNC-Gensymbole in Ihre Ziffernverknüpfungen einpflegen.
Gleichzeitig sollten Sie prüfen, ob Ihr Abrechnungsregelwerk (LUA) aktualisiert werden muss, sofern darin noch OMIM-Codes verarbeitet werden.
Diese Änderungen betreffen nicht nur Ihre Datenpflege, sondern auch die Korrektheit Ihrer KV-Abrechnung und die Weitergabe relevanter Informationen an angebundene Systeme.
🧬 Warum diese Änderung?
Die Abrechnung genetischer Untersuchungen basiert bislang häufig auf OMIM-Codes, die jedoch nicht einheitlich strukturiert und nicht interoperabel mit modernen Gesundheitsdatenstandards sind.
Das Ziel der Umstellung auf HGNC-Symbole (Human Gene Nomenclature Committee) ist:
- eine einheitliche, international anerkannte Genreferenz
- eine bessere maschinenlesbare Verarbeitung
- und mehr Transparenz in der Abrechnung
🔍 Was bedeutet das für Ihre Praxis oder Ihr Labor?
Die Umstellung ist mehr als nur ein Codetausch. Sie betrifft folgende Bereiche unserer Software:
- HGNC-Gensymbole ersetzen OMIM-G-Codes in der Abrechnung genetischer Leistungen
- OMIM-P-Codes entfallen und werden durch ein neues Freitextfeld „Art der Erkrankung“ ersetzt
- In i/med Billing: Neue Felder pro Ziffer – mit voller Editierbarkeit
- In i/med Admin / ZSV-Modul: Pflege der HGNC-Gensymbole für jede Ziffernverknüpfung möglich
- Mehrere HGNC-Codes pro Ziffer (z. GOP 11513, 19424) können hinterlegt werden
- Neues Abrechnungsregelwerk mit LUA-Funktionen steht zur Verfügung
- Anpassung Ihrer bestehenden LUA-Regeln kann erforderlich sein, wenn dort bisher OMIM-Codes verarbeitet wurden
✅ Checkliste: Was Sie jetzt prüfen sollten
Diese Punkte helfen Ihnen, frühzeitig Klarheit zu schaffen:
- Welche genetischen Leistungen rechnen Sie aktuell ab?
- Welche OMIM-Codes sind im Einsatz – und welche HGNC-Symbole wären relevant?
- Sind Ihre IT-Systeme (ZSV, Billing, Communication) auf die Umstellung vorbereitet?
- Ist eine 1:n-Zuordnung bei Ihren Panels notwendig?
- Benötigen Sie Unterstützung bei der Regeldefinition (z. LUA, HL7)?
- Wer ist intern verantwortlich für die Umsetzung – IT, Laborleitung, Abrechnung?
- Wann möchten Sie die technische Anpassung durchführen?
💡 Unser Angebot: Technische Unterstützung & Beratung
Das reguläre KVDT-Quartalsupdate wird wie gewohnt Ende Juni 2025 durch uns bereitgestellt und enthält bereits die technischen Grundlagen zur Umstellung.
Für eine reibungslose und vollständige Umstellung empfehlen wir Ihnen darüber hinaus:
- ein Update Ihres i/med Billing-Moduls, um die neuen Felder zu nutzen
- ein Update Ihrer ZSV-Verknüpfung, falls dort Gen-Codes gepflegt sind
- eine Anpassung Ihres Abrechnungsregelwerks (LUA), wenn dort derzeit OMIM-Codes gesetzt werden
🧠 Hintergrund: Warum HGNC – und was bedeutet das im Alltag?
Die Entscheidung für HGNC-Gensymbole ist Teil eines größeren Trends zur Standardisierung medizinischer Daten – insbesondere im Bereich der personalisierten Medizin und digitalen Gesundheitsversorgung. HGNC-Symbole sind weltweit anerkannt, eindeutig und ermöglichen eine bessere Vergleichbarkeit genetischer Befunde über Labore und Ländergrenzen hinweg.
Während OMIM-Codes primär phänotypisch orientiert und auf genetische Syndrome ausgerichtet sind, stellen HGNC-Codes eine systematische, strukturierte Benennung einzelner Gene dar – unabhängig vom klinischen Kontext.
In der Praxis bedeutet das: präzisere Abrechnung, bessere Automatisierung und mehr Interoperabilität mit elektronischen Patientenakten, HL7-Systemen oder molekulargenetischer Dokumentation.
Für Labore und Praxen stellt diese Umstellung eine Herausforderung dar – aber auch eine Chance zur Modernisierung bestehender Prozesse.
🔗 Weiterführende Informationen:
- HGNC Gene Nomenclature – offizielle Website
Die HGNC-Datenbank bietet standardisierte, weltweit anerkannte Gen-Symbole für menschliche Gene. Sie dient als zentrale Referenz für medizinische Dokumentation, Forschung und Abrechnung. - HGNC – Aufgaben, Struktur und Bedeutung für interoperable Gen-Nomenklatur (NCBI/PMC)
Dieser Fachartikel beschreibt die Rolle des HUGO Gene Nomenclature Committee (HGNC) als internationale Instanz für die Vergabe standardisierter, eindeutiger Symbole und Namen für menschliche Gene. - KBV – Richtlinie zur Abrechnung genetischer Leistungen (Stand 2024)
Die KBV-Seite informiert über aktuelle Anforderungen zur Abrechnung genetischer Leistungen. Sie enthält unter anderem Hinweise zur Verwendung von Gencodes und neuen Abrechnungsziffern.
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